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Kapital in langen Zeiträumen denken.

Hier geht es um den nüchternen Umgang mit eigenem Kapital über lange Zeiträume, verteilt auf vier ziemlich verschiedene Welten: Wertpapiere, Immobilien, Sachwerte und unternehmerische Beteiligungen. Der Bereich beschreibt, wie ich das für mich selbst führe — beobachten, dokumentieren, auswerten.

Verkauft wird hier nichts und empfohlen erst recht nicht. Was diese Seite zeigt, ist die Arbeitsweise dahinter und die Werkzeuge, die dafür entstanden sind — weil keine Tabelle zwanzig Jahre durchhält, wenn niemand festlegt, was in welcher Spalte steht.

Über alle vier hinweg läuft es auf denselben Punkt hinaus: Entscheidend ist selten die einzelne Entscheidung, sondern ob man Jahre später noch nachvollziehen kann, warum man sie getroffen hat — und was sie tatsächlich gekostet hat.

Woraus es sich zusammensetzt

Wertpapiere

Langfristig aufgebauter Bestand, dokumentiert mit Zu- und Abflüssen, laufenden Kosten und den Annahmen, die beim Kauf gegolten haben.

Immobilien

Eigenheim und Finanzierung: Zinsbindung, Nebenkosten, Rücklagen und Instandhaltung — und was davon über die Laufzeit tatsächlich zusammenkommt.

Sachwerte

Sammlungen mit eigenem Bestandsverzeichnis. Vollständigkeit, Herkunft und Zustand zählen hier mehr als ein Tageskurs, den es ohnehin nicht gibt.

Beteiligungen

Unternehmerisches Kapital: eigene Anteile und Projekte, bei denen man selbst mitarbeitet, statt nur zu halten. Der Wert steckt in der Arbeit, nicht im Kurs.

Warum laufende Kosten so schwer wiegen

heute nach 25 Jahren 0,2 % laufende Kosten 1,5 % laufende Kosten

Zweimal dieselbe Bruttoentwicklung über fünfundzwanzig Jahre, einmal mit 0,2 und einmal mit 1,5 Prozent laufenden Kosten pro Jahr. Am Ende trennt beide Linien rund ein Drittel. Das ist keine Meinung, sondern Zinseszins — und der Grund, warum Kosten die einzige Größe sind, die man vorher sicher kennt.

Wie ich das führe

SCHRITT 1

Erfassen

Jede Position mit Datum, Betrag, Kosten — und dem Grund, warum sie gekauft wurde. Der letzte Punkt kostet zwei Minuten und ist Jahre später der wertvollste.

SCHRITT 2

Fortschreiben

Stände in festen Abständen mitschreiben, nicht rückwirkend rekonstruieren. Historie gibt es nur ab dem Tag, an dem man beginnt — das gilt für alle vier Bereiche.

SCHRITT 3

Jährlich prüfen

Was hat das Jahr an Gebühren, Zinsen und Nebenkosten gekostet, und gelten die Annahmen von damals noch? Diese Runde ist unspektakulär und die einzige mit sicherem Ertrag.

SCHRITT 4

Zurückblicken

Aufgeschriebene Erwartung gegen tatsächlichen Verlauf — inklusive der Positionen, die man lieber vergessen würde. Ohne sie ist es eine Erzählung und keine Auswertung.

Worauf es dabei ankommt

Bestand und Verlauf

Die Grundlage ist eine Übersicht, die auch in zehn Jahren noch aussagekräftig ist.

Was ist überhaupt vorhanden?

Positionen, Zeitpunkte, Anschaffungswerte, laufende Kosten. Klingt banal, ist aber bei einem über mehrere Anbieter und Anlageklassen verteilten Bestand der halbe Aufwand — und ohne diese Basis ist jede Auswertung Schätzung.

Vier Töpfe, eine Übersicht

Wertpapiere haben einen Kurs, eine Immobilie einen Schätzwert, eine Sammlung einen Katalogpreis und eine Beteiligung gar nichts davon. Wer alles in eine Zahl presst, bekommt eine hübsche Summe ohne Aussage. Sinnvoller ist, jede Klasse für sich zu führen und nur die Zahlungsströme zusammenzuziehen.

Verlauf statt Kontostand

Ein Kontostand sagt, wo man steht, nicht wie man dorthin gekommen ist. Erst der aufgezeichnete Verlauf zeigt, welche Entscheidung wann welchen Beitrag geleistet hat.

Zu- und Abflüsse sauber trennen

Wer eingezahltes Geld nicht von Wertänderung trennt, misst am Ende seinen eigenen Sparbetrag statt der Entwicklung. Das ist der häufigste Fehler in selbstgebauten Übersichten — und er schmeichelt.

Kosten sichtbar machen

Die einzige Größe, die von Anfang an feststeht.

Wo Kosten stecken

Ausgabeaufschlag, laufende Gebühr, Depotgebühr, Transaktionskosten, Fremdwährungsaufschlag. Einzeln unauffällig, zusammen über Jahrzehnte die größte planbare Position.

Prozent klingt harmlos

Ein Prozentsatz pro Jahr wirkt klein, wirkt aber auf den gesamten Bestand und jedes Jahr erneut. Das Schaubild oben zeigt, was daraus über fünfundzwanzig Jahre wird.

Bei Immobilien die zweite Hälfte

Zinsen sind sichtbar, der Rest selten: Betriebskosten, Versicherung, Steuern, Rücklage für Dach und Heizung. Wer sie nicht von Anfang an mitschreibt, unterschätzt die Kosten des Objekts dauerhaft.

Steuern und Meldungen

Was wann anfällt und wo es dokumentiert sein muss, gehört in dieselbe Übersicht — spätestens bei der Steuererklärung wird sonst rekonstruiert, was man längst hätte mitschreiben können.

Ehrlicher Rückblick

Der unangenehme, aber lehrreiche Teil.

Annahmen festhalten

Wer beim Kauf notiert, warum er kauft und was er erwartet, kann später nachsehen. Ohne diese Notiz erinnert man sich vor allem an die Entscheidungen, die gut ausgegangen sind.

Auch die Fehlgriffe zeigen

Eine Übersicht, die nur die erfolgreichen Positionen enthält, ist eine Erzählung. Verkauftes, Abgeschriebenes und Liegengebliebenes gehören mit in die Bilanz.

Was ist eine Beteiligung wert?

Ohne Kurs bleibt nur eine begründete Annahme — und die eigene Arbeitszeit, die darin steckt und in keiner Rendite auftaucht. Ehrlich ist, beides getrennt auszuweisen statt einen Wunschwert anzusetzen.

Was hätte man wissen können?

Der Unterschied zwischen einem schlechten Ergebnis und einer schlechten Entscheidung. Nur letzteres lässt sich beim nächsten Mal besser machen.

Projekte aus diesem Bereich

Dieser Bereich bietet keine Anlageberatung, keine Empfehlungen und keine Finanzdienstleistungen an. Er beschreibt ausschließlich, wie eigene Daten dokumentiert und ausgewertet werden. Das Schaubild ist eine reine Modellrechnung und keine Aussage über zu erwartende Erträge.